Leibgarde psychologe
Krisenstimmung herrscht auf dem »2.
Amazonen-Garde – Wikipedia
Die versammelten Seelenfachleute sehen schwarz für die Zukunft ihrer Zunft. Tatsache ist: Im Glücksspiel auf dem Arbeitsmarkt hat kaum eine Akademiker-Spezies derzeit so schlechte Karten wie die Gruppe der Psychologen. Rund zwölf Prozent der insgesamt 15 Diplom-Psychologen sind gegenwärtig arbeitslos, und die Quote dürfte noch steigen.
Schon bis werden die Hochschulen, nach Schätzung von Experten, weitere 10 diplomierte Seelenkundler ins Erwerbsleben entlassen. Wie diese Springflut kanalisiert werden soll, ist den Interessenvertretern der Psycho-Zunft längst klar. Sie möchten die Psychologen-Schwemme am liebsten in den westdeutschen Gesundheitsdienst ableiten; dort, meinen sie, könnten die Seelen-Spezialisten ihren Nutzen für das Volkswohl endlich voll entfalten.
Der Hauptgrund: Jedwede Heilbehandlung bleibt laut Gesetz den approbierten Ärzten und staatlich geprüften Heilpraktikern vorbehalten - ein Monopol, das Volker Ebel vom Berufsverband Deutscher Psychologen BDP schlicht einen »Irrsinn« nennt. Für geradezu sozialschädlich hält Ebel Gesetze, die es den Psychologen verwehren, ihr akademisches Wissen in helfende und heilende Praxis umzusetzen.
Ebels Klage: »Auf der Universität lernen wir lauter Dinge, die wir nicht anwenden dürfen. Solange sich die Zahl der Diplom-Psychologen in Grenzen hielt, hatten die Seelenkundler an der Gesetzesvorschrift nicht allzuviel auszusetzen; die meisten fanden an den Universitäten, als Gutachter, Schul-, Heim- oder Betriebspsychologen mühelos ihr Auskommen im öffentlichen Dienst oder in der Wirtschaft.
Die Doktoren jedoch, ohnehin überlastet, boten ihren Klienten den zeitaufwendigen Psycho-Service nur selten an.
Queen Elizabeth II.: Mitglieder ihrer Leibgarde festgenommen
Sigmund Freuds klassische Analyse-Technik - vorgeschrieben wurde. Das alles - wie auch die mögliche Alternative, die Heilpraktiker-Prüfung abzulegen und dann selbständig, doch ohne Kassen-Patienten zu praktizieren - empfanden die diplomgeschmückten S. Vor allem der BDP ging dabei aufs Ganze. Mit Verve, die offenbar der stets erfolgreichen ärztlichen Standespolitik abgeguckt war, propagierte der Berufsverband drei »zentrale gesundheitspolitische Forderungen«.
Er verlangte. Vergütbarkeit psychologischer Leistungen auf Krankenschein «,. Die Erfüllung dieser Forderungen, an denen der BDP bis heute festhält, hätte den Diplom-Psychologen sämtliche Privilegien der Kassenärzte und damit auch ein Ende aller Geldsorgen beschert. Inzwischen kamen die Seelenkundler auf ihrem Weg, der zu den Kassen führen soll, ein Stück voran - mit Hilfe der Juristen.
Falls das Verfassungsgericht in Karlsruhe, wie die Bremer Sozialrichter beantragt haben, die Verfassungswidrigkeit bestätigen sollte, wäre in naher Zukunft der Sturm der Psychologen auf die Bastion der gesetzlichen Krankenkassen zu erwarten. Würden sie gleichsam als vollgültige Heilberufler anerkannt, so genössen die Psychologen - »Dr. Freud, alle Kassen« - sämtliche Privilegien des Kassenarztstandes; sie wären aller Geldsorgen ledig, eine Aussicht, die freilich die Krankenkassen-Funktionäre tief erschreckt.
Hatten sie sich bei der Erstattung von Behandlungskosten bis dahin eher kulant gezeigt, so wurden sie nun kleinlich. Trotzdem fand sich Mitte der siebziger Jahre das Bonner Ministerium für Familie und Gesundheit bereit, den von Existenznot bedrohten Psychologen einen Weg ins lukrative Heilgeschäft zu ebnen. Das Gesetz soll den Zugang zu einer eigenverantwortlichen Tätigkeit auf dem Gebiet der Psychotherapie einem Berufsstand eröffnen, der auf diesem Gebiet wichtige heilkundliche Funktionen wahrnehmen kann.
Nach dem Willen der Gesetzesmacher sollte es den Psychologen hinfort erlaubt sein, nicht nur neurotische Seelenzustände und Verhaltensstörungen, sondern auch »Psychosen« wie Schizophrenie oder Depressionen zu behandeln - echte Krankheiten im Sinne der für die Krankenkassen verbindlichen Reichsversicherungsordnung.
Vertreter nahezu aller wichtigen Therapie-Schulen sollten zugelassen werden. Am schärfsten schlug, paradoxerweise, eben jene Gruppe zu, für die das geplante Gesetz eigentlich gedacht war: »Mit einhelliger Empörung«, so der Berufsverband Deutscher Psychologen, »weist der BDP dieses dilettantische und zynische Werk zurück. Die BDP-Funktionäre bemängelten speziell die vorgesehene Zusatzausbildung an zwei Dutzend zwar staatlich kontrollierten, doch privaten Instituten verschiedener Psychotherapie-Gesellschaften.
In eine ganz andere Richtung zielten die Proteste der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie DGSP. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie DGVT und der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächstherapie GwG bekämpfen die Sozialpsychiater den Entwurf als untauglich für die Lösung dringender Probleme.
Weder das psychische Elend in den Wohnsilos der Vorstädte, so zürnten die drei Gesellschaften, noch das krasse Leiden in den Heilanstalten könne auf diese Weise gelindert werden; statt dessen biete das Gesetz den Psychologen die Möglichkeit, sich - nach dem Vorbild der freipraktizierenden Ärzte - bevorzugt in S. Die Alternative des Dreibunds: Sozialstationen, in denen sich festangestellte Sozialpädagogen, Ärzte, Psychiater und Psychologen als »berufsübergreifende Teams« um Süchtige, Behinderte, Verstörte oder Selbstmordkandidaten kümmern sollten.
Weniger harsch klang die Kritik der Ärzteschaft am Huber-Entwurf. Mit solchen Hinweisen fachten die Mediziner öffentlich eine Diskussion an, die bis dahin allenfalls in den esoterischen Zirkeln der Seelen-Experten - und auch dort nur diskret - geführt worden war. Tatsächlich gelingt es inzwischen selbst Fachleuten kaum noch, die weitverzweigte Psycho-Szene zu überblicken und bei Durchsicht der zahllosen Therapiemethoden die Spreu vom Weizen zu sondern siehe Kasten Seite So konkurrieren allein in der Bundesrepublik mehr als psychotherapeutische S.
Was danach als normales oder abweichendes, gesundes oder neurotisches Verhalten zu gelten hat, hängt allemal vom Standort des Betrachters ab - und wird auf entsprechend unterschiedliche, höchst vielfältige Weise ermittelt und therapiert. Vertreter anderer Therapie-Schulen führen zu Diagnosezwecken entweder »unsystematische Gespräche« oder auch streng formalisierte Interviews.
Dutzende von schematisierten Testverfahren stehen den Psychologen zur Verfügung - vom »Sixteen Personality Factor«, einem Intelligenztest, bis zum »Freiburger Persönlichkeits-Inventar«, der »Eppendorfer Stimmungs-Antriebs-Skala« oder dem »Leistungsmotivationsgitter« für Jugendliche. Mal lassen die Diagnostiker Farbkleckse deuten, in denen die Probanden je nach Gemütslage Schmetterlinge oder Drachen erkennen "Rorschach-Test" , mal präsentieren sie Bildvorlagen, zu denen die Patienten passende Geschichten erfinden sollen "Thematisches Apperzeptionsverfahren" ; dann wieder sind es Comics mit leeren Sprechblasen, die mit Dialogtexten zu füllen sind.
Manche Therapeuten observieren ihre Klienten unbemerkt durch Einwegscheiben, andere fertigen von ihnen Videoaufnahmen an.
Parkinson-Proteine haben molekulare Leibgarde | Universität Basel
Und etliche Exzentriker verlassen sich bei der Diagnose gar auf den Stand der Gestirne, sie richten sich nach dem Horoskop ihrer Kunden. Trotz aller giftigen Zwistigkeiten aber hatten es die Psycho-Behandler - die sich wechselseitig als »Tiefenheinis«, »Seelenklempner« oder »Gruppen-Gurus« beschimpfen - stets vermieden, mit der Konkurrenz einen ernsthaften Streit über die Qualität der diversen Therapie-Techniken vom Zaun zu brechen.
Auch manchen Insidern, so etwa den Freiburger Diplom-Psychologen Hans Wolfgang Linster und Helmut Wetzel, sind mittlerweile Zweifel gekommen, ob eine »verstärkte Professionalisierung« des Psychotherapeuten-Berufs, wie der Gesetzentwurf sie anstrebte, überhaupt wünschenswert wäre. Der »professionelle Helfer« nämlich neige dazu, gegenüber einem Patienten »eher den Akzent auf dessen Hilfsbedürftigkeit, auf seine Schwäche und Leiden zu legen« - »persönliche Initiative, Selbsthilfe, Eigenverantwortung und Selbstvertrauen«, fürchten die beiden Hochschulforscher, könnten »auf diese Weise allzu schnell verkümmern«.
Einige Fachleute haben aus diesen Erkenntnissen schon Konsequenzen gezogen. Gruppentherapeut Moeller "Selbsthilfe-Moeller" will weg von der herkömmlichen, hierarchischen Zweierbeziehung zwischen Klient und Helfer; für ihn liegt das Heil in der Selbsthilfegruppe, »einem demokratischen Arbeitsbündnis«, in dem gleichberechtigte, an gemeinsamen Lebensängsten und Konflikten leidende Zivilisationsmenschen einander solidarisch Beistand leisten - wobei der therapeutische Profi lediglich als »Berater« sein Scherflein beiträgt, sonst aber tunlichst still im Hintergrund verharrt.
Mit seinem Modell der autonomen Therapie-Gruppe hat Moeller viele Fachkollegen arg verunsichert; sie fürchten, wie die Zeitschrift »Psychologie heute« notierte, »um ihr Terrain und ihr berufliches Rollenverständnis«. Doch das hat der Münchner Autor Wolfgang Schmidbauer "Die hilflosen Helfer" noch viel rücksichtsloser demoliert. Schmidbauer, selber Psychotherapeut, ist den Helfern - Ärzten, Sozialarbeitern, S.
Hinter einer herrschaftlichen Fassade ein greinender Säugling, den die Mama im Stich gelassen hat - so illustriert Schmidbauer, anhand einer Traumschilderung aus seiner Praxis, die seelische Verfassung vieler Sozialberufler.
Parkinson-Proteine haben molekulare Leibgarde
Ein Psychoanalytiker, Kenner der nahezu geheimbündlerischen Bruderschaft der westdeutschen Analytiker, formulierte für den SPIEGEL diese Kritik. Affäre Neue Heimat. Zum Inhalt springen. News Ticker Magazin Audio Account. Kommentare öffnen Zur Merkliste hinzufügen Twitter Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen.
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