Au durch psychologen
Sowohl Ärzte als auch Psychotherapeuten melden noch Änderungsbedarf bei der Reform der Psychotherapeutenausbildung an. Jetzt ist erst einmal der Bundesrat am Zug. Das Berufsbild des Psychotherapeuten soll inhaltlich durch einen Masterstudiengang mit Approbation neu aufgestellt werden. Nach Auffassung der Ausschüsse für Gesundheit und Kulturfragen des Bundesrats sollen Psychotherapeuten nach neuem Recht Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen AU ausstellen können.
Am Freitag nimmt der Bundesrat zum Entwurf der Reform der Psychotherapeutenausbildung Stellung. Gemeint sind zum Beispiel digitale Anwendungen zur Prävention und Behandlung seelischer Erkrankungen. Zudem soll die geplante Verordnungskompetenz für Ergotherapie und psychiatrische Krankenpflege auch für Psychotherapeuten nach altem Recht gelten.
Das Anordnungsmodell verkennt wesentliche Aspekte
Die Ausschüsse mahnen eine Verschiebung des Inkrafttretens des Gesetzes um ein Jahr auf den 1. September an, um den Ländern ausreichend Zeit zu geben, die neuen Studiengänge einzurichten. Auch für das Studium selbst haben die Ausschüsse Vorschläge: So sollen die Praxisanteile mehr Gewicht erhalten. Die Ausschüsse, auf deren Empfehlung die Stellungnahme des Bundesrats am April verabschiedet werden wird, legen dem Gesetzgeber zudem nahe, die Psychotherapeutenausbildung auch an Fachhochschulen zuzulassen.
Für bestehende Angebote wollen die Länder zehn Jahre Bestandsschutz. Eine zusammenhängende Praxisphase befürwortet auch die Bundespsychotherapeutenkammer. Dietrich Munz. Da die Pläne fallen gelassen wurden, in einem Modellstudiengang für die psychologischen Psychotherapeuten die Arzneiverordnung zu erproben, sind die Ärzte von den Barrikaden gestiegen.
Auch die psychologischen Psychotherapeuten hatten sich dagegen ausgesprochen. Für die Versorgung sei damit wieder vorgesehen, dass abgeklärt werden müsse, ob eine somatische Erkrankung vorliege. Hier sieht die DGPPN eine Aufgabe. Eine ärztliche Untersuchung, ob auch körperliche Ursachen für psychische Beschwerden vorliegen, stellen auch die psychologischen Psychotherapeuten als Teil der Sorgfaltspflichten nicht in Frage.
Je nachdem, was ein Patient brauche, ergänzten sich die Perspektiven von Ärzten und Psychotherapeuten. Doppeluntersuchungen und die Verzögerung dringlicher psychotherapeutischer Behandlungen könnten vermieden werden. Apathie sei nicht zwingend immer Ausdruck einer Depression. Es gehe ja nicht nur um das Prüfen von Blutdruck und Schilddrüsenhormonen.
Das Spektrum reiche von Autoimmunerkrankungen, Hirntumoren, neurologischen bis endokrinologischen Erkrankungen. Doppeluntersuchungen und die Verzögerung dringlicher psychotherapeutischer Behandlungen könnten so vermieden werden. Ganz eitel Sonnenschein ist bei den Ärzten noch nicht angesagt. Falls der neue Studiengang nicht auf einem breiten Studium der Psychologie aufbaue, könne dies dazu führen, dass ein vertieftes wissenschaftliches Verständnis fehle, um schädliche Therapieverfahren wie die Konversionstherapie für Homosexualität zu kritisieren, befürchtet Heinz.
Das wären Mediziner, die sehr handwerklich und praktisch fokussiert einen Interventionsbereich lernen würden. Wichtig sei aber für das Psychotherapiestudium das Erlernen eines wissenschaftlich offenen Weltbildes, die Unterscheidung zwischen Ideologie und wissenschaftlichem Menschenverständnis.
Sonst könnte das Versorgungssystem fragmentieren, warnte Heinz. Einen Beitrag dazu leisten könnten gemeinsame Praxiszeiten von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten, um darüber einen gemeinsamen Erfahrungshintergrund zu schaffen. Wie sich die beiden Berufsgruppen künftig namentlich abgrenzen sollen, ist noch unklar. Da der Absolvent des neuen Masterstudiengangs auch ohne Weiterbildung in einer Privatpraxis tätig sein könnte, sehen Vertreter der ärztlichen Professionen hier Regelungsbedarf.
Ein Grund für die Reform der Psychotherapeutenausbildung war die prekäre wirtschaftliche Situation der Absolventen während der Ausbildung. In der nun vorgesehenen Weiterbildung sollen die Absolventen unter Supervision Patienten behandeln. Da die daraus zu erzielenden Einnahmen nicht ausreichen dürften, fordert der Psychotherapeutentag einen Zuschuss. Am, einfachsten, so der Psychotherapeutentag, wäre eine Förderung durch die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen.
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Studienreform für Psychotherapeuten Schaffung eines einheitlichen Berufsbildes. Fünf Jahre Direktstudium, das zur Approbation führt und zur Heilkunde berechtigt. Ambulante Weiterbildung, vergütet und im Angestelltenverhältnis. Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen oder lesen zu können.
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