Symbolisierungen psychologie

Symbole begleiten die Menschheitsgeschichte. Die Beschäftigung mit Symbolen und ihrer Interpretation ist in der psychologischen Beratung und Therapie recht verbreitet. Symbole finden ihre Verwendung in der Diagnostik, in der Behandlung - sei es in der Interpretation durch den Klienten, in der praktischen, mehr unbewusst strukturierten Ausführung, in der vom Behandler mehr oder weniger gelenkten Auseinandersetzung und Interpretation und so fort.

Wäre die Frage danach, was ein Symbol ist, wie es wirkt und warum es in der Geschichte der menschlichen Kultur bedeutsam geworden ist, alleine durch den Symbolbegriff zu erklären, würde es damit wohl keiner weiteren Ausführungen bedürfen. Aufgrund des zu begrenzenden Umfangs dieser Arbeit kann hier jedoch keine weitergehende Auseinandersetzung mit den einzelnen philosophischen Betrachtungsweisen erfolgen - es erfolgt lediglich eine darstellende Aneinanderreihung.

Nach der umfassenden Betrachtung und weitgehenden] Darstellung der Inhalte des Symbolbegriffs folgt eine Aufgliederung der Verwendung von Symbolen in der psychologischen Praxis. Weiterhin werden dort die Vor- und Nachteile der symbolbegründeten Anwendung in der Diagnose gegenübergestellt.

Symbole: Herbert Antonu: Psychotherapie Wien

Zunächst werden therapeutische Verfahren, welche die Symbolarbeit verwenden, diesbezüglich inhaltlich kurz skizziert. Die praktische Anwendung - in Bezug auf verschiedene psychologische Methoden - wird somit den Abschluss der theoretischen Betrachtung bilden. Ergänzungen zum Text, soweit sie für das Verständnis notwendig erschienen, erfolgten als Endnoten. Um das Verständnis für die Symbolarbeit in Beratung und Therapie zu ermöglichen, ist es erst einmal notwendig zu klären, was ein Symbol überhaupt ist.

Des Weiteren erfolgt dann eine Auseinandersetzung mit dem möglichen Deutungsrahmen - den Grenzen des Erfassbaren bei Symbolen. Hierzu werden auch die Erkenntnisse der Symbolforschung und die daraus resultierenden möglichen Klassifizierungen von Symbolen nach Arten und Strukturen betrachtet. Die Definition des Symbols gem.

Wir können beispielsweise die beiden Teile eines Ringes oder eines Tontäfelchens als solche erkennen, sie wieder zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügen, jedoch den tieferen Bedeutungsinhalt, der diesem Symbol innewohnt, höchstens erahnen, ihn jedoch nicht in einer letzten Bestimmtheit vollständig definieren.

Angewandtes Nichtwissen bezeichnet dann den Umgang mit solchen nur unscharf umrissenen Gegenständen. Wird dadurch die Anwendung der Symbolik zu einer reinen Praxeologie mit recht zweifelhafter und nicht-objektivierbarer Wirkung? In diesem Sinne sind alle Menschen Wissenschaftler, die ein Wissen haben, dass sie so lehren, dass andere es lernen und kontrollieren können.

Hierzu zählt jedes Wissen, auch das Berufswissen, das Handwerk, z. Wissenschaftliches Wissen entsteht nicht unbedingt an Universitäten Das ist nicht Occams, sondern das Evaluationsrasiermesser: wer nicht evaluieren kann oder will, fällt durch das Raster der wissenschaftlichen Disziplinen. Dem Problem der inhaltlichen Überprüfung stellt sich die Symbolforschung, die allerdings kein eigenständiger Bereich ist, sondern sporadisch immer wieder von bestimmten Wissenschaftsbereichen, hauptsächlich durch die Philosophie- und Kunstwissenschaften, aufgegriffen und behandelt wird.

Ein zerfetztes Stück Tuch kann ein nationales Symbol werden. Politische Herrschaft beruht wesentlich auf symbolischen Ordnungen, usw. Damit wird hervorgehoben, dass das Symbol und die Symbolik dem Grunde nach kaum einen Lebens-, Wissens- und Wissenschaftsbereich ausklammert. Unter Punkt 4. Um sich der Interpretation von Symbolen auf wissenschaftliche Weise nähern zu können, bedarf es also einer Klassifizierung, die empirisch Untersuchungen zulässt.

So unterscheidet man in. Weiterhin wurde in der Symbolforschung noch zum Interesse der Untersuchungen gemacht, welche Motivierungen und Beziehungen Symbole, ihrem Ausdruck nach, aufweisen können. Hier lässt sich folgende Einteilung nach der Struktur festhalten:. Um sich diesen Funktionsweisen zu nähern, können entsprechende Fragestellungen hilfreich sein 7 :.

Es besteht die Gelegenheit empirischer Überprüfung quantitative Forschung — allgemeine Eigenheiten: Wie oft wird welcher Bezug genannt? Wie wirkt ein Symbol in welcher Quantität? Welche Standarddeutungen lassen sich entwickeln?

Symbol – Dorsch: Lexikon der Psychologie

Wo liegen Abweichungen und welche Auswirkungen haben diese? Über die Betrachtung der historischen Entwicklung und Verwendung von Symbolen in der Kulturgeschichte der Menschheit, bis hin zur tiefenpsychologisch-analytischen Interpretation, spannt sich ein nicht nur zeitlich weiter Bogen. Gerade diese Kontinuität der Verwendung, wie auch der Dauerhaftigkeit und Immanenz der Symbolbedeutungen machten sie bereits in der Antike für die Interpretation und Diagnostik zu einem wertvollen Hilfsmittel hinsichtlich ihrer Wirkweisen auf die menschliche Seele.

Hochphasen der Symbolentwicklung und -verwendung waren, ganz allgemein gesprochen, die Megalithkultur 8 , und weiter folgend die frühen Hochkulturen in Babylonien, Mesopotamien, Ägypten, Griechenland. Tief verwurzelt mit der jeweiligen Kultur und Religion des Stammes, der Region oder des Landes, lassen sich dabei stark variierende Symbole finden, wie aber auch allgemeingebräuchliche. Auffallend ist dabei, dass neben den mehr individuellen resp.

Sie wirkten damit als allgemeingültige und starke repräsentative Abbildungen der den Menschen beeinflussenden Konditionen. Die ersten Aufzeichnungen über Symbole und ihre Bedeutung in Träumen finden wir im Papyrus Chester Beattie Ägypten, ca. Ab dem 7. Platon beschäftigte sich in verschiedenen Werken mit den Träumen, so unter anderem in Phaidon und im Staat.

Diejenigen, deren Erfüllung dem Gesicht gleicht, das sie bieten, sind theorematisch. Allegorische Träume dagegen weisen durch etwas auf etwas anderes hin. In diesen Träumen deutet die Seele nach bestimmten Regeln etwas an, wie in einem Rätsel Dies reduzierte sich in der westlichen Welt nach der Spätantike mehr auf die bildhafte Darstellung als schmückendes Beiwerk. AEROPAG verfasste Ende des 5.

Verschiedene Mythengestalten und ihre Symbole wurden in den Bereich des Dunklen, Dämonischen gerückt. Waren die Philosophen der Antike und Spätantike Politiker, Redner, Mathematiker usw. Dass dies zu einem logisch-theologischen Dilemma, und in der Folge auch zu einem Kirchen-Schisma führte, blieb wohl kaum aus.

Der Symbolik kam hauptsächlich im Zuge klerikaler und feudalherrschaftlicher Bauten und Kunstwerke eine stärkere Bedeutung zu. Die stark hervortretende Symbolik, wie wir sie beispielsweise bei Hildegard VON BINGEN, ALBERTUS MAGNUS, Nikolaus VON KUES, oder MEISTER ECKHART finden, reduziert die Symbolik in der westlichen Welt augenscheinlich auf ein stilistisches Mittel der Theomantie.

Inquisition ausgeliefert Die Widersprüchlichkeit des Spät-Mittelalters und der einsetzenden Renaissance ist frappierend. Werden auf der einen Seite die konfessionellen Inhalte stark betont und auf deren Einhaltung geachtet, so bricht gleichzeitig eine Hochphase nicht-klerikaler Symbolverwendung ab dem Jahrhundert an.

An verschiedenen Universitäten wurden Lehrstühle für Astrologie eingerichtet so Paris, Padua, Krakau, Bologna, Florenz, Oxford 23 u. Das italienische Fürstenpaar Visconti-Sforza gab erstmalig die Erstellung eines Tarot-Karten-Decks in Auftrag, bebilderte Spielkarten kamen in Mode. Seit dem Jahrhundert erfolgte auch eine Zunahme bildlicher Darstellung in religiösem Kontext.

Holzschnitte kamen in Mode, durch die Entwicklung der Buchdruckkunst fand eine immer stärkere Verbreitung von geschriebenen und auch bebilderten Werken statt. Hieronymus Bosch, Botticelli u. Das Symbol schien in der Zeit der nach-aristotelischen Philosophie bis zur so genannten Zeit der Aufklärung mehr einen Stellenwert im künstlerischen Sinne und zum Zweck der Darstellung der Theophanie gehabt zu haben.

Erstaunlicherweise setzte die Auseinandersetzung mit dem Symbol in der Philosophie erst zu dem Zeitpunkt wieder stärker ein, als die Abspaltung der protestantischen Glaubensrichtung von der Mutter-Kirche erfolgt 24 war und die inquisitorische Verfolgung Andersgläubiger durch die konfessionellen Kirchen weitgehend ihr Ende gefunden hatte. KANT setzte sich im SCHELLING greift damit über den Symbolbegriff KANTS hinaus.

Sein Symbolbegriff weist noch weiter über das hinaus, was KANT im Symbol zu erfassen sucht: Es kann nicht anders dargestellt werden als durch Symbol. CASSIRER widmet sich ausführlich der Symbolik und publiziert hierzu u. Damit findet sich unbestreitbar der Einzug des Symbolischen in den Betrachtungsrahmen der Kulturphilosophie wieder. MEAD vertritt die Position, dass das Symbol als Stellvertreter gesellschaftlicher Handlungen zu verstehen und sinnerfüllt ist.

Zu einem Sinn findet der Mensch erst über das Bewusstsein; das Bewusstsein muss demnach einer Handlung, wie beispielsweise einer Geste vorausgehen. Erfolgt dann die Handlung, so ist sie mit Bewusstsein versehen und kann auf diese Weise einen symbolischen Charakter annehmen. Disputation zwischen einem griechischen Philosophen und einem Narren stattfand.

Man hatte diesen als einen Gelehrten herausgeputzt, und zwar in der Hoffnung, dass der Philosoph nicht merke, wen er vor sich habe.

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Keiner von beiden sollte bei dem Disput den Mund auftun. Der erste Gestus, den der Grieche zeigte, bestand darin, dass er den Zeigefinger hob. Der Philosoph wollte damit sagen, dass es nur einen Gott gibt. Der Narr, der den erhobenen Zeigefinger auf sein persönliches Wohl und Wehe bezog, meinte, dass ihm der Philosoph ein Auge ausstechen wollte. Daraufhin erhob er zwei Finger, um anzudeuten, dass er seinem Gegner beide Augen ausstechen würde, wenn dieser ihn angreife.

Wer den Zeige- und den Mittelfinger demonstrativ emporstreckt, pflegt dabei den Daumen abzuspreizen, so dass der verängstigte Narr in Wahrheit drei Finger zeigte. Um auszudrücken, dass Gott alle Dinge offenbar sind, zeigte der Grieche jetzt seinem Gegner die offene Handfläche vor. Dieser blieb in der Stimmung der Angst überzeugt, dass es der Grieche auf Gewalttätigkeiten abgesehen habe.

Der Narr deutete die ausgestreckte Hand als eine Ohrfeigen-Drohung. Daraufhin ballte er die Faust, um dazutun, dass er dem Philosophen eins auf den Kopf geben werde, wenn ihm dieser ins Gesicht schlagen sollte. Es standen sich also, biologisch gesprochen, Drohung und Gegendrohung gegenüber. Aber wieder war der griechische Philosoph hocherfreut.

Damit war die Diskussion zu Ende Dieses recht umfangreiche Beispiel soll dazu dienen, zu veranschaulichen, dass die symbolischen Handlungen des Menschen durchaus zum mehr angeborenen, aber auch erlernten Repertoire gehören. Ihnen liegt eine Sinnhaftigkeit zu Grunde, wobei dieser nicht unmittelbar erkennbar sein muss, sondern sogar gänzlich falsch interpretiert werden kann.

Wie kommt der Mensch überhaupt zur Symbolverwendung? Welche Vor-und Nachteile bringen sie ihm? Welchen Nutzen haben sie? Was bedeuten sie - und was deuten wir? Und was können wir wirklich wissen? Handelt es sich dabei um eine fortschrittliche Methode oder um den Rückfall in frühe Entwicklungsphasen? Betrachten wir hierzu einmal die Entwicklung der Symbolverwendung in den Wissenschaftsbereichen der letzten gut einhundert Jahre.

Sie sehen das anatomische Präparat, den Niederschlag bei der chemischen Reaktion, die Verkürzung des Muskels als Erfolg der Reizung seiner Nerven.