Psychologisches portrait
Eine Übersicht darüber gibt der Artikel Porträt. Studienkopf nennt man ein skizzenhaft, mehr zur Übung oder als Studie ausgeführtes Bildnis. Tronies sind vollständig ausgeführte porträtähnliche Kopf- und Charakterstudien, die keine individuelle Person darstellen und von Malern oft als Vorstudien für Gemälde oder für einen Typus geschaffen wurden. Gerühmt werden in den Schriften die Maler Apollodoros 5.
Als bedeutendste Bildnismalerin trat Jaia von Kysikos 1. Ihr Anfang wird ins letzte vorchristliche Jahrhundert, das Ende ihrer Produktion in der neueren Forschung mehrheitlich Mitte des 3. Jahrhunderts angesetzt. Nach dem Untergang des Römischen Reiches , etwa vom 4. Jahrhundert, spielte eine individuelle Bildniskunst so gut wie keine Rolle.
Portrait Elina Erz
Porträts aus dem Mittelalter sind häufig in der Form von Dedikationsbildern überliefert. Auf Altären seit dem späten Mittelalter finden sich oft Stifterbildnisse , normalerweise streng im Profil und in Gebet shaltung z. Giottos Bildnis des Enrico Scrovegni in der Arenakapelle , Padua. Als eins der ersten autonomen Tafelbilder, auf denen ein Einzelner porträtiert ist, gilt das Bildnis Johanns des Guten im Louvre.
Ein weiteres frühes bedeutendes Beispiel der Porträtmalerei, jedoch aus dem böhmischen Wirkungsfeld, ist das Porträt Erzherzog Rudolfs IV. Schon im Jahrhundert wurden nicht mehr nur Herrscher porträtiert, sondern auch Feldherren, Universitätsprofessoren z. Petrarca ; [2] ab dem Jahrhundert sind auch Bildnisse von oft reichen Kaufleuten, Bürgern, Gelehrten oder Beamten erhalten [4] — und auch von Frauen.
Bedeutende Zeugnisse spätmittelalterlicher Bildniskunst wurden von niederländischen Malern wie Jan van Eyck , Rogier van der Weyden u.
Portrait | Ruth Marbach | Psychologische Beratung | Spieltherapie | Zürich-Seebach
Van Eyck wird die Entwicklung des erweiterten Brustbildnisses zugeschrieben, das auch die Arme bis zum Ellenbogen miteinbezieht. Viele heute als Einzelporträts überlieferte Gemälde der niederländischen Schule des Jahrhunderts waren ursprünglich eigentlich Stifterporträts im Zusammenhang eines Diptychons oder Triptychons , z.
Gleichzeitig wurde in der italienischen Frührenaissance die Porträtkunst durch Maler wie Antonello da Messina , Piero della Francesca , Pisanello , Botticelli und Giovanni Bellini entwickelt. Hier verwendete man noch bis Ende des Jahrhunderts Temperafarben auf Holz, die ein farblich ganz anderes Ergebnis erzielen als die im Norden bereits übliche Ölmalerei.
Auch schätzte man in Italien das emblemhafte Bildnis im Profil, [2] das allerdings immer auch etwas artifiziell wirkt. Sandro Botticelli : Idealporträt einer Dame Simonetta Vespucci als Nymphe , , Tempera auf Holz Städel , Frankfurt a. Domenico Ghirlandaio : Doppelporträt eines Alten Mannes mit seinem Enkel , , Tempera auf Holz Louvre , Paris. Die bis dahin noch oft hieratisch-starren Bildnisse wichen nun vollends einem naturnahen Ideal.
Nach der Übernahme der Öltechnik auch durch italienische Künstler gelang es um und nach endgültig, dem Porträt die Bedeutung eines Charakterbildes zu geben, in welchem das ganze Wesen des Dargestellten lebensnah zum Ausdruck gelangt. In technischer Hinsicht trug auch die Erfindung des sogenannten sfumato durch Leonardo da Vinci zur Lebensechtheit des dargestellten Modells bei z.
Auch Giorgione , Raffael und insbesondere Tizian gehören zu den bedeutendsten Bildnismalern überhaupt. Tizian schuf neben seinen geradezu 'klassischen' halbfigurigen Porträts oder Brustbildern auch mehrere Porträts Karls V. Zeitgleich war der wohl bedeutendste Porträtmaler nördlich der Alpen Hans Holbein d.
Holbeins Stil steht auf der malerischen Ebene in einem deutlichen Gegensatz zu dem weichen venezianischen Kolorismus Tizians — zwei Pole, zwischen denen sich die Kunst des Porträts in der Folgezeit bewegen sollte. Ab etwa kam es auch zu einer zunehmenden Spezialisierung: Zahlreiche Künstler beschränkten sich fast ausnahmslos auf die Bildnismalerei.
Die Porträtkunst war im Jahrhundert bereits vollständig ausgereift. Hans Holbein d. Parmigianino : Ein junger Mann , er Jahre Louvre , Paris. Dabei war der Empfänger des Porträts durchaus an einer möglichst naturnahen Darstellung interessiert, keineswegs an einer allzu sehr geschönten oder geschmeichelten Idealisierung , die allerdings auch vorkam — beabsichtigt und unbeabsichtigt.
Beim repräsentativen Herrscher- oder Adelsporträt trat neben die möglichst lebensechte, menschliche Darstellung der Person auch eine Strömung, die gewollt distanziert und kühl das Modell sozusagen dem 'normal Menschlichen' entrückt, wie dies in extremer Form die Porträts des in Florenz wirkenden Manieristen Agnolo Bronzino zeigen.
Zum offiziellen Herrscherporträt gehörten auch wichtige Insignien wie Krone , Szepter , Krönungsmantel oder Rüstung wenn das Porträt Gewicht auf die Leistung als Feldherr legte und ein feierliches Ambiente, nicht selten mit Säule oder Draperien aus rotem Samt ; ähnliches gilt für andere Formen des Repräsentationsporträts, bei weiblichen Modellen wurde oft minutiös und detailliert Schmuck und reichbestickte Kleider dargestellt.
Jahrhunderts etwa zweihundert Jahre lang hochmodernen Spitzen.
Departments
Auch Anspielungen an bedeutende Leistungen wurden manchmal im Hintergrund dargestellt, beispielsweise sieht man in Porträts von Feldherren oft eine Schlacht, aus der sie siegreich hervorgingen z. Gruppenporträt der Sieger der Schlacht von Lepanto , KHM Wien ; siehe auch das Armadaporträt Elisabeths I. Zu den bekanntesten Porträtspezialisten im Auch das intime Miniaturbildnis , das man immer bei sich tragen konnte, erlebte um eine erste Blüte, besonders im elisabethanischen und jakobinischen England mit dem überragenden Nicholas Hilliard und Isaac Oliver.
Eine gewisse Sonderrolle spielte das Selbstbildnis , das einige Maler auch zu humorvollen oder experimentellen Kreationen anregte, wie z. Allerdings stellte sich erst spät heraus, dass z. Doch tragen die meisten Selbstporträts eher die Züge eines würdigen Repräsentationsbildnisses, und mindestens ebenso häufig stellte ein Maler sich beim Malen selber dar. Zuweilen porträtierte ein Künstler sich auch zusammen mit seiner Frau oder im Kreise seiner Familie.
Hans von Aachen : Doppel-Selbstporträt als lachender Mann , vor Selbstporträt von Rembrandt , English Heritage, Kenwood House, London. Im Jahrhundert taten sich unter den Niederländern Rubens und Rembrandt unter anderem auch durch bedeutende Porträts hervor. Dabei gehören zu den bedeutendsten Bildnissen von Rubens vor allem intime Porträts seiner beiden Frauen und seiner Kinder, sowie sein berühmtes Selbstporträt mit seiner ersten Frau Isabella Brand Zu den Porträtspezialisten des Frühbarock gehörte u.
Frans Hals , der erstaunlich lebensnahe Bildnisse schuf und der es zum ersten Mal abgesehen von Selbstporträts wagte, 'Momentaufnahmen' lachender Menschen zu kreieren z. Der lachende Kavalier , ; Wallace Collection , London. Zu seinen besten 'Epigonen' im Jahrhundert gehören Peter Lely , Jan Mytens , Godfrey Kneller , und sein Einfluss reicht noch bis weit ins Jahrhundert bis zu Thomas Gainsborough und Joshua Reynolds.
Der überragende Porträtist aus der spanischen Schule des Galleria Doria Pamphilj , Rom , von dem mindestens 13 Kopien bekannt sind. Entstanden sind Porträts seit der Renaissance in der Regel im Auftrag von Herrschern, die sich der Dienste ihrer Hofmaler bedienten, oder im Auftrag von Mitgliedern des Adels und von Vertretern des Bürgertums, wie Bankiers, Händler, Zünften oder reichen Kunst- und Antiquitätensammler.
Die niederländische Malerei brachte die so genannten Konversationsstücke und die Doelen- Schützen- und Regentenstücke auf, in denen die Porträtierten zu freien Gruppen bedeutungsvoll verbunden wurden. Berühmtestes Beispiel für ein solches Gruppenporträt ist Rembrandts Nachtwache , Rijksmuseum Amsterdam.
Im Zuge der zunehmenden Bedeutung der Auftragsmalerei ist die Porträtbildnerei seit dem Jahrhundert so sehr in den Vordergrund getreten, dass kein Maler von Bedeutung sich derselben entzogen hat. Die Porträtmalerei wurde im Barock von Adel, Klerus und Kaufleuten für die Standesrepräsentation funktionalisiert. Es verdient hervorgehoben zu werden, dass die Bildniskunst zu den ganz wenigen Gattungen der Malerei gehört, in der sich auch die wenigen Frauen hervortun konnten, die in historischen Zeiten überhaupt die Chance zu einer Malerausbildung hatten.
Dazu gehörten in der Nachfolge der bereits genannten antiken Malerin Jaia von Kysikos 1. Jahrhundert Catharina van Hemessen , Sofonisba Anguissola , Lavinia Fontana und die Miniaturistin Levina Teerlinc ; im Jahrhundert Artemisia Gentileschi , Judith Leister und Mary Beale. Eine Erscheinung von besonderem internationalem Einfluss war Rosalba Carriera mit ihren poetischen und duftigen Pastellbildnissen , die ganz und gar nach dem Geschmack des ausgehenden Barock und des Rokoko waren und auch andere Maler beeinflussten wie insbesondere Maurice Quentin de La Tour.
In der zweiten Hälfte des Es verwundert kaum, dass die meisten der genannten Künstlerinnen allein aufgrund der strengen Moralvorstellungen ihrer Zeit vor allem auf Frauenbildnisse spezialisiert waren. Rosalba Carriera : Anna Karolina Orzelska , er Jahre, Pastell. Gustaf Lundberg oder Louis-Michel van Loo : Ludwig XV. Joseph Siffred Duplessis : Christoph Willibald Gluck , KHM , Wien.
Der Komponist erscheint hier im Zustand der Inspiration , und zugleich mit pockennarbigem Gesicht. Auch im Auch neigen die Künstler vor allem in nicht offiziellen Bildnissen zu einer gewissen Romantisierung oder Beschaulichkeit, und wagen auch ungewöhnliche Darstellungen, wie z. Waldmüllers Porträts von Bauerskindern am Fenster siehe Abb. Der Österreicher Ferdinand Georg Waldmüller und der Deutsche Franz Xaver Winterhalter gehörten zu den technisch virtuosesten und international best angesehenen Porträtisten des Jahrhunderts, die auch viele Personen des europäischen Adels malten.
Berühmt sind u. Winterhalters drei Porträts der Kaiserin Elisabeth , gen. Sisi, wie er überhaupt besonders im Frauenbildnis reüssierte, wo es immer schon über Naturtreue hinaus auch um die Fähigkeit zur Darstellung von Anmut und Schönheit ging.
Portrait: Silvia Federer – Psychologische Praxis
Franz von Lenbach zeigte in seinen Bildnissen eine zuweilen ins Abgründige tendierende bizarr-'verrückte' Ironie, vor allem in seinen Porträts von Schauspielerinnen in exaltierter Haltung und in privaten sowie Selbstbildnissen. Jean-Auguste-Dominique Ingres : Die Comtesse de Tournon , Orest Kiprenski : Alexander Puschkin , Franz von Lenbach : Sarah Bernhardt als Lady Macbeth , , Privatsammlung.
Auch nach der Erfindung der Fotografie Mitte des Jahrhunderts blieb der Stellenwert der Porträtmalerei zunächst hoch. Aus einer ganz anderen künstlerischen Strömung um wäre auch noch Gustav Klimt als wichtiger Porträtmaler zu nennen. Berthe Morisot : Junges Mädchen im Park , Mit zunehmender Perfektionierung der Fotografie und einer fortschreitenden Abstraktion der Kunst seit dem Ende des