Radikale akzeptanz psychologie

Kommentare deaktiviert für Radikale Akzeptanz 2 min Lesezeit Wer glaubt, es ist schwierig etwas zu verändern, der sollte einmal probieren, etwas zu akzeptieren. Akzeptanz ist nichts für schwache Nerven. Und ich behaupte, dass Akzeptanz zu den schwierigsten Lebensaufgaben überhaupt gehört. Es gibt zwei wesentliche Herausforderungen in der psychotherapeutischen Arbeit.

Das eine ist sicherlich Veränderungsprozesse zu begleiten. Das andere ist der mitunter wesentlich schwierigere Weg der Akzeptanz. Man mag sich zum Einstieg in die Materie in folgende Vorstellungsübung begeben: Mir fährt der ICE, den ich mit fester Zugbindung und Platzreservierung gebucht habe, vor der Nase weg.

Radikale Akzeptanz oder wie du lernst, die Realität anzunehmen

Ich sehe ihn quasi gerade noch aus dem Bahnhof herausfahren. Und ich stehe abgehetzt mit dem schweren Gepäck auf dem Bahnsteig. Was spüre ich? Und wonach ist mir jetzt? Was würde ich am liebsten jetzt machen? Setze ich mich mit einem leichten Lächeln auf meinen Koffer und überlege mir, was ich mit der geschenkten Zeit nun anfange? Kann ich mich schnell beruhigen und einen Plan B erdenken?

# Radikale Akzeptanz- Annehmen, was ist… ~ Frauenseele: Frauenkörper Podcast

Oder koche ich noch nach Stunden innerlich, wenn ich bereits im teuer bezahlten zwei Stunden später fahrenden ICE verschwitzt und unzufrieden sitze? Kann ich über das Schicksal schmunzeln? Oder trage ich die Frustration über meine Pechsträhne noch Tage später in mir? Fehlende Akzeptanz verstärkt das Negative, es macht aus Schmerz Leid. Das Beispiel mit dem ICE ist eine Alltagssituation die jederzeit jedem von uns passieren könnte.

Radikale Akzeptanz

Vermutlich hat jeder bereits eine ähnliche Situation erlebt. Klienten müssen nicht mit der Frustration einer verpassten Bahn umgehen lernen, sondern mit dem Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen oder eines zerplatzten Lebenstraums. Sie müssen mit einer schwerwiegenden todbringenden Krankheit umgehen lernen oder einem traumatischen Erlebnis.

Sie müssen akzeptieren, dass eine Depression ihre gesamte Lebensfreude genommen hat oder Ängste das Leben massiv einschränken. Sie befreit von dem Nicht-wahrhaben-wollen, das einen hemmt, die richtigen Schritte zu gehen. Es geht nur darum sich klar zu machen, dass es so ist wie es eben ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Das Schöne ist, man kann Akzeptanz lernen. Ich nehme wahr, ich spüre die Empfindungen, ohne zu reagieren, ohne meinem Handlungsimpuls zu folgen. Es ist so wie es ist.