Psychologie perfektionismus
Blog Krankheitsbilder Zwangsstörung Perfektionismus Charakteristisch für Perfektionisten sind hohe Standards, hohe Ziele und hohe Ansprüche an sich selbst. Derart hohe Ansprüche von Perfektionisten an sich selbst oder der Wunsch, hohe Ansprüche anderer zu erfüllen, können zu psychischen Problemen führen. Experten gehen davon aus, dass immer mehr Menschen danach streben, ein persönliches Optimum in sämtlichen Lebensbereichen zu erreichen.
Das Streben nach Perfektion kann positive Auswirkungen haben, beispielsweise bei der Bewältigung von Aufgaben, die besonders anspruchsvoll sind oder eine gute Organisation erfordern. Unterteilung des Phänomens Perfektionismus Eine Unterteilung des Phänomens Perfektionismus ist jedoch wichtig: Es kann zwischen funktionalem und dysfunktionalem Perfektionismus unterschieden werden: Funktionaler Perfektionismus ist bei Personen zu finden, die ihr Bestes geben, sich intensiv bemühen und an hohen Leistungen orientiert sind.
Sollte die angestrebte Leistung jedoch nicht vollständig erreicht werden, so können sie dies akzeptieren und verlieren sich nicht in negativen Emotionen oder einer übertriebenen gedanklichen Beschäftigung mit dem vermeintlichen Misserfolg. Schaffen sie es, die gewünschte hohe Leistung zu zeigen, freuen sie sich und empfinden Stolz.
Psychologie: Warum uns emotionaler Perfektionismus schadet |
Dysfunktionaler Perfektionismus ist gekennzeichnet durch eine perfektionistische Besorgnis. Ihr Selbstwert ist stark mit ihrer Leistung verknüpft, sie empfinden keine bedingungslose Wertschätzung sich selbst gegenüber und gehen häufig davon aus, dass auch andere so für sie empfinden. Darum versuchen sie, durch Spitzenleistung Anerkennung zu erfahren und machen ihren Selbstwert häufig vom Urteil anderer abhängig.
Ursachen von Perfektionismus Für die Entstehung von Perfektionismus kann u. Beispielsweise können fehlende Erwartungen und Richtlinien von Eltern dazu führen, dass Kinder perfektionistische Ansprüche entwickeln. Aber auch in einem Kontext ohne feste Strukturen und Regeln kann ein Kind durch das Entwickeln von Perfektionismus versuchen, ein Gefühl von Kontrolle zu erlangen.
Aber auch Überfürsorglichkeit und starke Besorgtheit von Elternkönnen zu perfektionistischen Tendenzen führen. Eltern, die selbst perfektionistisch sind, können ebenso als Rollenvorbilder für ihr Kind werden, so dass sich das Kind durch Nachahmung ebenfalls perfektionistische Verhaltensweisen aneignet. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass neben der Prägung durch enge Bezugspersonen auch das Temperament und die Veranlagung des Kindes sowie Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung von Perfektionismus spielen.
Hoher Erwartungsdruck kann bei Kindern z. Faktoren wie das Bildungssystem und die darin vermittelten gesellschaftlichen Erwartungen an Kinder und junge Menschen können die Entwicklung von perfektionistischen Strukturen begünstigen. Risiken von Perfektionismus Dysfunktionaler Perfektionismus ist mit mehreren Risiken verbunden. Perfektionisten laufen Gefahr, aufgrund des ständigen Drangs nach Höchstleistungen und aufgrund von Bemühungen, mit denen sie über ihre Grenzen hinausgehen, ein Erschöpfungssyndrom zu entwickeln.
Perfektionistische Grundhaltungen werden mit vielen häufigen psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Darunter fallen Depressionen , Angststörungen , Zwänge oder Essstörungen.
Perfektionismus (Psychologie) – PSYLEX
Perfektionismus ablegen Wer unter perfektionistischen Tendenzen im Alltag leidet, kann durch langsames und bewusstes Trainieren versuchen, mehr Akzeptanz für kleine Unsicherheiten und Fehler zu erlernen. Um der Perfektionismus-Falle zu entkommen, können folgende Ratschläge hilfreich sein: Einfach loslegen! Abschied von der Idee nehmen, die perfekten Vorbereitungen zu treffen.
Gleich anfangen! Tun statt denken! Zu viel Nachdenken kann von der eigentlichen Aufgabe abhalten. Besser direkt mit der Umsetzung beginnen und loslegen! Alles bis zu Ende zu perfektionieren kostet viel Nerven, Zeit und Mühe.
Das ideale Selbst der Perfektionisten
Wissen, wann es genug ist! Nicht aus den Augen zu verlieren, wann genug getan ist und auf die eigenen Bedürfnisse hören. Sich Pausen zu gönnen und Fehler als Chancen zu begreifen führt zu mehr Zufriedenheit. Nicht alles und jedes Detail erledigen und überprüfen wollen. Beispielsweise bevor Gäste kommen, nur das Wohnzimmer saugen anstatt der ganzen Wohnung. Oder einfach mal Aufgaben liegen lassen und am nächsten Tag erledigen und sich stattdessen schönen Aktivitäten widmen.
Auch hierbei gilt, dass keine sofortige perfekte Umsetzung notwendig ist. Die Aufgaben können dabei helfen, ein selbstbestimmtes, erfolgreiches und entspannteres Leben zu führen. Bei überdauernden Beeinträchtigungen und belastenden Symptomen empfiehlt sich jedoch eine psychiatrisch-psychotherapeutische Konsultation.
Altstötter-Gleich, C. Perfektionismus ablegen — so wird dein Leben leichter! Ein Leitfaden für Psychotherapie und Beratung. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg Psychotherapie. Stichwort: Perfektionismus — Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.