Psychologische drama
Hierbei gilt es, Religiosität bzw. Spiritualität als therapeutische Ressource herauszuarbeiten. The article also outlines the religious-psychological aspects of psychodrama, which finally lead to considerations of ritual and catharsis. Die Religionspsychologie ist an der Schnittstelle zwischen Religionswissenschaft, Psychologie, Theologie, Soziologie und Philosophie einzuordnen.
In dieser wissenschaftlichen Disziplin wird insbesondere das menschliche Erleben von Religiosität und Spiritualität sowie deren verhaltenssteuernde Bedeutung untersucht. Vergote , S. Der Terminus Religiosität betont dabei die individuelle Seite der Religion und des Religiösen. Cook , S. Hemminger , S. Henning und Murken , S. In diesem Zusammenhang hat sich ebenfalls die Einstellung durchgesetzt, dass sich eine lebendige Religiosität bzw.
Spiritualität auch hilfreich auswirken und eine therapeutische Ressource Coping darstellen kann vgl. Trettin Diese gilt es, in einem ganzheitlichen Beratungsprozess herauszuarbeiten und verfügbar zu machen. Im Psychodrama griech. Ameln und Kramer , S. In diesem gruppendynamischen Prozess werden Veränderungsmöglichkeiten im strukturellen Bereich durch dramatisches Ausspielen eröffnet.
Bei Moreno , S. Diese können nicht vollständig erfahren oder ausgedrückt werden und benötigen deshalb unterschiedliche therapeutische Methoden Rollenspiel, Rollenwechsel etc. Ameln , S. In seinen Schriften werden starke religiöse und spirituelle Grundüberzeugungen sichtbar. Malinowski , S. Zu den Vorläufern des Psychodramas lassen sich daher diverse Mythen, Kult- und Initiationsrituale subsumieren, die u.
Dem Erzählen von Mythen und den damit oft stark ritualisierten Handlungen werden bestimmte Wirkungen auf Phänomene und Ereignisse zugeschrieben. Hierzu gehört u. Die psychodramatischen Handlungen stehen somit in der Tradition alter ritueller Praktiken vgl. Buer , S. Der Ethnologe Arnold van Gennep — sieht den Ursprung jeden Rituals im dramatischen Akt des Übergangs vgl.
Gennep []. Jeder Übergangsritus besteht für ihn aus drei dramatischen Phasen, die durchlaufen werden müssen: 1 die Trennungsphase, 2 die Schwellen- oder Umwandlungsphase und 3 die Angliederungsphase vgl. Turner , S. Es gibt darüber hinaus drei fundamentale Elemente bei Riten. Zu ihnen gehören die Prüfung, die Lehre von den Überlieferungen und die Selbstwerdung. Die Funktion der Riten besteht mithin darin, ein neues Weltverständnis und Ethos zu vermitteln.
Als Helden ihres eigenen Dramas werden die Initianten Protagonisten ihrer selbst gewahr und des eigenen Bewusstseins bewusst vgl. Footnote 2. Der Sozialanthropologe Victor Turner hat van Genneps Ansatz aufgenommen und weiterentwickelt. Für Turner ist insbesondere die Schwellenphase von Bedeutung, die er als Zustand der Liminalität bezeichnet.
Die transformativen Veränderungen der Wirklichkeitswahrnehmung, zu denen die Schwellenphase führt, betreffen nach Turner jedoch nicht nur den individuellen und gesellschaftlichen Status derer, die sich dem Ritual unterziehen, sondern auch die gesamte Gemeinschaft. Im Ritual kommt nämlich auch der Widerspruch zwischen der Ordnung der Gesellschaft und den auseinanderstrebenden, diese Ordnung aufhebenden Interessen von Individuen zum Ausdruck.
Wie sich insbesondere an den Initiationsriten zeigen lässt, findet in der Liminalität eine Verwandlung aller Teilnehmenden statt. Im Zustand der Liminalität bilden die Beteiligten eine besondere Art der Gemeinschaft, die Communitas. Die Anti-Struktur der Communitas in der Liminalität dient letztlich allerdings der rituellen Erneuerung der gesamten Gesellschaft, indem sie in eine neue Ordnung überführt wird.
Ein geregeltes rituelles Handeln drängt aber auf Wiederholungen, um die geschaffene Ordnung wiederherzustellen, aufrechtzuerhalten und zu verfestigen vgl. Hock , S. Rituale können somit durch ihre Wiederholungsstruktur potenziell konfliktträchtige Situationen entschärfen.
Psychodrama als Verfahren innerhalb der religionspsychologischen Praxis | cultura & psyché
Das Ritual spricht darüber hinaus in seiner symbolischen Handlungsstruktur nicht nur den Intellekt, sondern auch die Emotionen an vgl. Es führt an die je konkreten Grenzen und fordert auf, sie zu überschreiten […]. Rituale werden häufig — unter Verwendung von symbolischem Inhalt — künstlerisch inszeniert.
Sie folgen dramaturgischen Gesetzen und werden durch optische und akustische Mittel strukturiert. Diese letzten Worte lassen zwar die Nähe zum Theater erahnen. Die Initianten Protagonisten befinden sich inmitten des ritualen Prozesses und bekommen die dramatische Einweihung am eigenen Leib zu spüren. Die Theaterbesucher haben hingegen jederzeit die Möglichkeit eine distanzierte Betrachtungsweise zum Geschehen einzunehmen.
Am deutlichsten wird das am Beispiel der Tragödie. Aber diese Gefühle werden von den Theaterbesuchern nicht bis zum wirklichen Selbstleiden getrieben; sie verbleiben beim Mitleid. Gerade in dieser Distanziertheit unterscheiden sich die Theaterbesucher von den Initianten Protagonisten. Allerdings kann die ästhetische Erfahrung des Theaterbesuches nicht mit der rituellen Erfahrung gleichgesetzt werden.
Denn während für ein Ritual die Kriterien der Nicht-Umkehrbarkeit und der sozialen Akzeptanz gelten, sind sie für die ästhetische Erfahrung irrelevant vgl. Die Initianten können nämlich nicht wieder zu Uneingeweihten werden, nachdem sie eingeweiht und in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Für Moreno , S.
Dies war eine aktive Katharsis.
Drama, Baby
Diese beiden Entwicklungen, die bisher unabhängig voneinander verliefen, wurden im psychodramatischen Konzept der Katharsis zu einer Synthese gebracht. Der Mensch ist nicht nur ein kosmisches Wesen, sondern auch ein Rollenwesen. Morenos Rollentheorie enthält die Auffassung, dass der Mensch von Geburt an in Rollen agiert vgl.
Im Laufe des Lebens werden die psychosomatischen Rollen von psychodramatischen und soziodramatischen Rollen überlagert. Die Rolle ist für Moreno , S. Dabei wird die verbale Ebene transzendiert und auf der Ebene der Handlung miteinbezogen vgl. Ohne Handlungsverstehen kann keine Lebensgestaltung vorgenommen werden. Hiervon abzugrenzen ist das restliche Publikum, das erst bei der Nachbesprechung der psychodramatischen Darstellung zum Einsatz kommt, indem es eigene Gedanken und Gefühle zum Gesehenen mitteilt Sharing.
Cate Blanchett brilliert in psychologischem Drama „Tár“
In allem wirkt das Wechselspiel von Begegnung und Entfremdung, das Moreno ebd. Tele kann daher als die Grundlage aller gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen und in allen wirksamen Methoden der Psychotherapie als das Hauptelement angesehen werde. An anderer Stelle Moreno , S. Im Anfang war die Tat, aber eine Tat ist nicht möglich ohne Täter, ohne ein Objekt, auf das der Täter zielt, und ein Du, dem er begegnet.
Am Anfang war die Begegnung. Sie bewegt sich vom Ich zum Du und vom Du zum Ich. Hierzu gehört neben dem Soziodrama bei dem die Analyse von Gruppenprozessen und die Reflexion gesellschaftlicher Dynamiken im Mittelpunkt steht und dem Bibliodrama bei dem Szenen aus der Bibel nachgespielt werden auch das Psychodrama-Theater vgl. Footnote 3. Zusammengenommen münden sie im Beziehungsentwurf.
Für die Hervorhebung des Spielwissens braucht es geeignete Instrumente, die Schönherr , S. Idealerweise stehen psychodramatische Theaterinszenierungen mit eigenen Lebensthemen in Verbindung. Der Autor des Artikels beschäftigt sich schon lange mit der Frage, wie der Dualismus von Aufklärung und Mystik innerhalb der Freimaurerei so überwunden werden kann, dass beides nicht mehr getrennt nebeneinandersteht.
Zur Vorbereitung des Stückes werden die entsprechenden Teile extrahiert und gemeinsam aufbereitet. Der Szenenentwurf konzentriert sich in sehr stark verdichteter Form auf nur vier Charaktere und einen Handlungsstrang des Buches. Hierbei bleiben vier Rollenfiguren Castorp, Settembrini, Naphta, Hofrat Behrens übrig, die von den Protagonisten eigenständig erwählt werden.
Regie und Dramaturgie werden dem Verfasser des Artikels anvertraut. Zusätzlich übernimmt dieser die Rolle des Naphta. Die Thematik des Zauberbergs wird durch die innere Enge seiner Figuren bestimmt. Jede Psychodrama-Sitzung beginnt mit einer Erwärmungsphase. Warum braucht es eine Aufklärung? Was beinhaltet der Humanismus?
Dabei wird der Aktualitätsbezug zu heutigen gesellschaftlichen und politischen Themen sichtbar. Weltkrieg angesiedelt ist, könnte sie auch heute spielen. Diese historische Doppelung wird daher bildlich illustriert. Während der über ein Jahr dauernden gemeinsamen Psychodrama-Sitzungen tauchen Situationen auf, die im Zusammenhang mit dem eigenen Leben der Protagonisten stehen. In den Integrationsphasen teilen die Protagonisten mit, welche der dargestellten Aspekte sie aus ihrem Erleben kennen.
Diese werden später auf der Bühne mitinszeniert. Hierbei hilft die Rollengestaltanalyse , die Einblick in das eigene Erleben gibt. In der Auswertungs- und Vertiefungsphase ermitteln die Protagonisten dabei zunächst die sozialen und psychodramatischen Rollen und die damit verbundene soziometrische Orchestrierung Choreografie der Handlungen. Danach werden von ihnen die vier Interaktionsfelder und die vier religionspsychologischen Fragen analysiert.