Psychologie bogen gefühl gedanken
Dabei werden u. Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis , Wahrnehmung und Denken, Ich-Grenzen und Affekt beurteilt. Die Erhebung der zahlreichen möglichen Befunde gibt Hinweise über die Erkrankung und ist unerlässlich für eine Diagnosestellung nach ICD Kriterien. Einige Symptome sind fast pathognomonisch für eine Diagnose z.
Zur Erhebung des psychopathologischen Befundes hat sich das AMDP -System als strukturierendes, diagnostisches Hilfssystem bewährt und soll in Deutschland standardisiert angewandt werden. Es umfasst sowohl die Anamnese als auch den psychischen und somatischen Befund eines Patienten. In dem folgenden Kapitel werden die Inhalte der psychischen Befunderhebung in Anlehnung an das AMDP -System näher dargestellt.
Bei der Formulierung eines psychopathologischen Befundes gibt es keinen allgemeingültigen Standard. Die folgende Gliederung dient der Orientierung und kann individuell angepasst werden. Jede psychiatrische Erstuntersuchung beinhaltet eine internistische und neurologische Untersuchung , da sich hinter jeder psychischen Störung eine somatische Ursache verstecken kann!
Bewusstseinsverminderung Vigilanzminderung. Die Orientierung ist die kognitive Fähigkeit, sich zeitlich, örtlich, bezüglich der aktuellen Situation und der eigenen Person zurechtzufinden. Beeinträchtigungen treten meist in unten genannter Abfolge ZOSP-Schema auf. Bereits kleine Abweichungen gelten als auffällig und sollten Beachtung finden. Wichtig dabei ist das genaue Nachfragen und Dokumentieren.
Die Orientierung zur eigenen Person geht typischerweise zuletzt verloren! Hierbei kann es sich um Veränderungen der Geschwindigkeit , fehlende Zusammenhänge oder mangelnde Schlüssigkeit der Gedankenabläufe handeln. Formale Denkstörungen stehen im Gegensatz zu inhaltlichen Denkstörungen , bei denen der Inhalt des Denkens und die Realitätskontrolle beeinträchtigt sind. Definition : Beeinträchtigung des Denkinhalts und der Realitätskontrolle.
Zu unterscheiden sind hierbei Befürchtungen und Zwangssymptome von wahnhaften Denkstörungen. Inhaltliche Denkstörungen stehen im Gegensatz zu formalen Denkstörungen , bei denen der Ablauf des Denkens gestört ist. Definition : Reihe von Störungen, denen ängstliche Einstellungen, Verhaltensweisen oder Befürchtungen zugrunde liegen. Siehe auch: Zwangsstörungen , Phobische Störungen und Hypochondrische Störung.
Das Vorliegen eines synthymen Wahns spricht eher für eine affektive Störung Depression , bipolare Störung ; ein parathymer Wahn eher für eine paranoide Schizophrenie! Akustische Halluzinationen. Die folgenden drei Begriffe werden häufig gefragt und man sollte sie voneinander abgrenzen können. Illusionäre Verkennung bedeutet, dass etwas tatsächlich Vorhandenes verfälscht wahrgenommen und verkannt wird.
Im Rahmen von Halluzinationen wird etwas nicht Existentes wahrgenommen. Und bei einer Wahnwahrnehmung wird etwas tatsächlich Vorhandenes korrekt wahrgenommen, aber wahnhaft umgedeutet! Definition : Bei den Ich-Störungen ist die Ich-Umwelt-Grenze beeinträchtigt. Die betroffene Person nimmt die Umwelt oder sich selbst verändert wahr Ich-Störungen auf der Gefühlsebene oder glaubt, dass persönliche Aspekte z.
Gedanken in die Umwelt gelangen oder von der Umwelt manipuliert werden Ich-Störungen mit Fremdbeeinflussungserleben. Ich-Störungen mit Fremdbeeinflussung sind stets ein Hinweis für eine paranoide Schizophrenie! Störungen der Affektivität können sowohl bei psychisch Gesunden als auch im Rahmen psychischer Erkrankungen vorkommen, wobei sich der Krankheitswert an der Stärke der Ausprägung bemisst.
Zunahme an Energie und Initiative im Rahmen einer geordneten zielgerichteten Tätigkeit, die objektiv nicht sinnvoll sein muss. Betroffene können häufig unruhig oder hyperaktiv sein. Ist eine Antriebsarmut vorhanden, sind Energie und Initiative einer Person vermindert. Bei der Antriebshemmung hingegen werden Energie und Initiative als gebremst oder blockiert wahrgenommen!
Im Verlauf der Jahre wurden einige Zusatzmerkmale aufgrund ihrer klinischen Relevanz zu den sog. Basismerkmalen ergänzt. Die überwertige Idee gehört im AMDP -System ebenfalls zu den Zusatzmerkmalen. Interesse an wöchentlichen Updates zur aktuellen Studienlage im Bereich der Inneren Medizin? Abonniere jetzt das Studientelegramm Beiträge zur Inneren Medizin in Kooperation mit HOMe sowie zur Überversorgung in der Inneren Medizin mit der DGIM.
Zusätzlich haben wir auch das englische One-Minute-Telegram und den AMBOSS-Podcast im Angebot. Disclaimer aufrufen. Psychopathologischer Befund. Gliederung eines psychopathologischen Befundes in Anlehnung an das AMDP -System [1] Bei der Formulierung eines psychopathologischen Befundes gibt es keinen allgemeingültigen Standard. Flashbacks , Albträume Störungen des Essverhaltens Dissoziative Symptome Somatische Beschwerden Jede psychiatrische Erstuntersuchung beinhaltet eine internistische und neurologische Untersuchung , da sich hinter jeder psychischen Störung eine somatische Ursache verstecken kann!
Bewusstseinsstörungen Qualitative Bewusstseinsstörung : Bewusstseinstrübung , Bewusstseinseinengung und Bewusstseinsverschiebung Für das Notfallmanagement siehe: Akute qualitative Bewusstseinsstörung - AMBOSS-SOP Quantitative Bewusstseinsstörung : Vigilanzminderung Somnolenz , Sopor , Koma Für das Notfallmanagement siehe: Quantitative Bewusstseinsstörung - AMBOSS-SOP Bewusstseinsstörungen — Übersicht Bewusstseinsstörung Erklärung Vorkommen Beispiele Qualitativ Bewusstseinstrübung Beeinträchtigung der geistigen Klarheit in Bezug auf das gesamte Erleben und Verhalten.
Die Fähigkeit, Aspekte zu verstehen, sinnvoll miteinander zu verbinden, sich mitzuteilen und sinnvoll zu handeln geht verloren. Delir Intoxikationen Bewusstseinseinengung Das gesamte Erleben und Verhalten ist eingeengt, z. Dämmerzustände Akute Belastungsreaktionen Hypnose Bewusstseinsverschiebung Das Bewusstsein ist im Gegensatz zum sonstigen normalen Tagesbewusstsein verändert und die Wahrnehmung von Raum, Zeit und Sinnesempfindungen ist intensiviert.
Patienten fühlen sich wacher, lebendiger und offener. Einnahme von Halluzinogenen Meditation Schizophrenie Quantitativ Bewusstseinsverminderung Vigilanzminderung Die Person ist verlangsamt und in der Informationsverarbeitung eingeschränkt. Schädelhirntraumata Entzündliche Hirnprozesse. Diagnostik Subjektive Beobachtungen in der Untersuchungssituation Angaben der betroffenen Person Objektive Tests: Konzentrationstest unter Belastung z.
Sprichwörter nicht mehr nachvollziehbar Affektive Störungen Schizophrenie Konzentrationsstörungen Verminderte Fähigkeit, sich ausdauernd konzentriert einer Tätigkeit oder einem Thema zuzuwenden Schizophrenie ADHS Manie Merkfähigkeitsstörungen Verminderte oder aufgehobene Fähigkeit, sich neue Inhalte über einen Zeitraum von ca.
Erlerntes aus dem Gedächtnis abzurufen Demenz Konfabulationen Erfundene, objektiv falsche Aussagen, die von Personen mit zerebralen Schädigungen unbewusst genutzt werden, um Gedächtnislücken zu füllen. Dabei halten sie die Aussagen für wahr, auch wenn die gleiche Lücke jedes Mal mit einem anderen Inhalt gefüllt wird. Korsakow-Syndrom Paramnesie Verfälschtes Erinnern von Ereignissen oder Erinnern von Ereignissen, die nicht stattgefunden haben Sonderform Wahn-Paramnesie : Die Person erinnert sich an einen Wahn , der nicht stattgefunden hat.
Ein inhaltlicher Zusammenhang ist jedoch vorhanden. Schizophrenie Gedankendrängen Die Person fühlt sich dem Druck immer neuer Einfälle und Gedanken ausgeliefert, die sie nicht ordnen oder beherrschen kann Schizophrenie [5] Vorbeireden Die Antwort auf eine Frage geht am Thema vorbei, obwohl die Frage verstanden wurde Schizophrenie Ganser-Syndrom Neologismen Wortneuschöpfungen , die so bisher im Sprachgebrauch nicht vorkommen Schizophrenie.
Siehe auch: Zwangsstörungen , Phobische Störungen und Hypochondrische Störung Zwangsgedanken Zwangshandlungen Zwangsimpulse Phobien Hypochondrie Misstrauen: Ängstliches, feindseliges oder unsicheres Beziehen des Verhaltens anderer Menschen auf die eigene Person. Die Realität bzw.
Psychopathologischer Befund
Wahndynamik Beschreibt den Grad der affektiven Beteiligung, den eine Person im Zusammenhang mit dem wahnhaften Erleben zeigt Wahnarbeit Ausgestaltung des Wahns mit Verknüpfungen, Begründungen und Beweisen Wahneinfall Wahnidee Plötzliches Auftreten einer wahnhaften Vorstellung oder einer wahnhaften Überzeugung Wahngedanken Aus Wahnwahrnehmungen oder Wahneinfällen entwickeln sich wahnhafte Überzeugungen Wahnsystem Systematisierter Wahn Durch Wahnarbeit und Herstellen weiterer Verknüpfungen zu anderen Wahnphänomenen entsteht ein Wahnsystem.
Illusionäre Verkennungen Definition : Verfälschte Wahrnehmung und Verkennung der Realität Vorkommen : Bspw. Erklärung Vorkommen Beispiele Akustische Halluzinationen Akoasmen Non-Verbale Halluzinationen , die Geräusche jeder Art sein können Rauschen, Summen, Pfeifen, Zischen, etc. Vor allem bei paranoider Schizophrenie Kommentierende Stimmen Die von einer Person wahrgenommenen Stimmen kommentieren das eigene Handeln Dialogisierende Stimmen Die von einer Person wahrgenommenen Stimmen unterhalten sich miteinander Imperative Stimmen Die von einer Person wahrgenommenen Stimmen fordern zu einer Handlung auf z.
Exsikkose , Delir , insb.
Achtsamkeit: die eigenen Gedanken wahrnehmen und neutral beurteilen
Erklärung Vorkommen Beispiele Ich-Störungen auf der Gefühlsebene Derealisation Die Person empfindet die Umwelt als fremd, unvertraut und unwirklich. Sie kann das Gefühl haben, in einer Traumwelt zu sein oder komplett losgelöst von ihrem Körper nur als Geist zu existieren Ich-Störungen mit Fremdbeeinflussungserleben Gedankenentzug Die Person empfindet, dass ihr Gedanken und Vorstellungen von der Umwelt z.
Gestik stimmen nicht überein Paranoide Schizophrenie Hirnorganische Störungen PTBS Gefühl der Gefühlslosigkeit Die Person empfindet keine Gefühle und leidet sehr darunter. Der Antrieb wird in erster Linie am Aktivitätsniveau sowie an der Psychomotorik erkennbar und kann häufig schon aus der Beobachtung der betroffenen Person im Untersuchungsgespräch beurteilt werden.
Antriebsstörung Erklärung Vorkommen Beispiele Antriebsarmut Mangel an Energie, Initiative, Elan und Anteilnahme mit spärlicher spontaner Motorik. Nach einer psychotischen Episode Bei organischen Störungen, z. Endokrine Funktionsstörungen z. Hypothyreose Hirnorganische Schäden Schizophrenie Negativsymptomatik Affektive Störungen z.
Die Person will etwas Bestimmtes machen, schafft es aber nicht, bricht ab, fühlt sich blockiert und gebremst, rafft sich wieder auf, etc. Psychomotorische Störung Erklärung Vorkommen Beispiele Motorische Unruhe Ziellose, gesteigerte und ungerichtete motorische Aktivität, die sich bis zur Tobsucht steigern kann Manie Schizophrenie Stupor Zustand relativer bis hin zu absoluter Reglosigkeit bei wachem Bewusstsein Schizophrenie Malignes neuroleptisches Syndrom Depression Dissoziative Störung Organische Hirnerkrankungen Intoxikationen Metabolische Entgleisungen Parakinesen Abnorme, komplexe Bewegungen in Gestik, Mimik und Sprache Mögliche Symptome Verbigeration : Aneinanderreihung und teilweise endlose Wiederholung von Silben und Wörtern, die zusammengesetzt keinen Sinn ergeben Katatone Symptome , z.
Ursache sind psychische, selten auch organische Beschwerden. Häufig unterliegen psychische Störungen einem Tagesrhythmus. Diese zirkadianen Besonderheiten werden erfasst, indem regelhafte Schwankungen der Befindlichkeit und des Verhaltens einer betroffenen Person in Stunden-Perioden registriert werden z. Morgentief oder Veränderungen des Schlaf -Wach-Rhythmus.
Beim Auftreten der Symptomatik einer psychischen Störung wird unterschieden zwischen Morgens schlechter z. Morgentief bei Depressionen Abends schlechter z. Verlängerung der Einschlaflatenz bei Angsterkrankungen Abends besser z. Zusatzmerkmale nach AMDP [8] Im Verlauf der Jahre wurden einige Zusatzmerkmale aufgrund ihrer klinischen Relevanz zu den sog.
Merkmal Erklärung Beschleunigtes Denken Die Person berichtet subjektiv von einem schnelleren Denkablauf Impulsiv Die Person tendiert dazu, unüberlegt und spontan zu handeln Distanzlos Die Person wahrt keine angemessene Distanz zu Anderen Desorganisiert Die Person hat Probleme, mehrschrittige Aufgaben zu planen und umzusetzen, wodurch gesetzte Ziele nicht erreicht werden Wortfindungsstörungen Gängige Wörter fallen der Person nicht mehr ein Gedankenlautwerden Die Person nimmt ihre eigenen Gedanken akustisch und laut wahr Beziehungsideen Die Person fühlt einen besonderen Bezug zu beliebigen Ereignissen aus dem Umfeld Angstanfälle Panikattacken Intensive Angstattacken mit abruptem Beginn, häufig einhergehend mit körperlichen Symptomen bspw.
Quellen Schneider et al. Auflage Springer , ISBN: Mathias Berger: Psychische Erkrankungen. Scharfetter: Allgemeine Psychopathologie. Auflage Thieme Verlag , ISBN: Möller et al. Stieglitz et al. Hogrefe Verlag , ISBN: Auflage Nummer: 2. Auflage, , doi: Open in Read by QxMD.