Streben nach autonomie psychologie
Begriffsklärung Was ist eine psychische Störung? Der Begriff "Psychische Störungen" umfasst eine ganze Reihe von Definitionen, von denen wir uns nun eine verständliche aussuchen wollen. Definition Generell handelt es sich erst einmal um eine klinisch bedeutsame Abweichung im Verhalten, Denken oder Fühlen einer Person.
Dies führt dann zu momentanem Leiden und meist auch zu einer Beeinträchtigung bzw. Einschränkung in einem oder mehreren Lebensbereichen z.
Psychodynamische Konflikte: Grundkonflikte der Menschen
Arbeit, Familie, Freundeskreis. Psychische Störungen sind dabei abzugrenzen von Reaktionen auf schlimme Lebensereignisse wie z. Psychische Störungen sind tiefgreifender und können unabhängig von solchen Auslösern entstehen oder bestehen bleiben. Wie entstehen psychische Störungen? Hier am IVAH wird die sogenannte biografisch-systemische Verhaltenstherapie durchgeführt.
Diese Form der Therapie geht davon aus, dass psychische Störungen durch andauernde oder besonders starke Frustration von psychischen Grundbedürfnissen entstehen. Psychische Störungen sind dann "ungesunde" Lösungsversuche eines Menschen, mit dieser Frustration und den dadurch entstandenen Spannungen umzugehen. Was sind nun diese Grundbedürfnisse? Der Psychologe Klaus Grawe nennt 4 wichtige Grundbedürfnisse von Menschen: Bedürfnis nach Bindung: "Ich will anderen Menschen nahe sein und jemanden haben, auf den ich mich verlassen kann.
Ich erkenne dabei auch die realistischen Grenzen in meiner Umwelt. Dazu zwei Beispiele: Unser Grundbedürfnis nach Bindung ist nicht erfüllt, wenn wir keinen Menschen haben, auf den wir uns verlassen können, der uns in Not beschützt und tröstet. Unser Bedürfnis nach Bindung und unser Bedürfnis nach Autonomie können im Konflikt stehen, wenn wir uns sehr nach der Nähe einer bestimmten Person sehnen, diese aber so starke Grenzen setzt, dass wir um Selbstständigkeit kämpfen müssen.
Über die Rolle der Autonomie für die Langlebigkeit einer Beziehung
Diesen wichtigen Grundbedürfnissen ordnet Grawe das sogenannte "Konsistenzstreben" über. Dies ist der innere Wunsch von uns Menschen, dass unsere "psychischen Inhalte" also das, was in uns vorgeht , widerspruchsfrei sind und einfach "passen". Wir wollen, dass in unserem Inneren keine Konflikte bestehen, wir unsere Psyche und unser Selbstbild verstehen. Hier ist nun "des Pudels Kern", wenn wir nach dem Grund für psychische Störungen suchen: Uns ist KEIN Konsistenzerleben möglich, wenn unsere Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden oder Konflikte zwischen den Grundbedürfnissen bestehen.
Wie entsteht nun ein Symptom? Nun sind also die Grundbedürfnisse frustriert. Was nun? Der Mensch erlebt einen besonderen Zustand, wir nennen ihn "Inkonsistenzspannung". Diese ist nicht angenehm und besagter Mensch wird danach streben, sie auf irgendeine Art und Weise abzulegen oder zu vermeiden.
Bindung vs. Autonomie – ein Spagat zwischen zwei Grundbedürfnissen
Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist das Ausbilden von psychischen Symptomen. Indem zum Beispiel eine Angstsymptomatik als Bewältigungsstrategie für die unangenehme Spannung entwickelt wird, besteht dann zwar das Problem der psychischen Störung in diesem Falle einer Angststörung , aber die schmerzhafte Spannung, die man vorher erlebt hat, wird gelindert. Man kann also recht gut erkennen, dass psychische Störungen nicht einfach "vom Himmel fallen", sondern unser Geist nur eine Möglichkeit gesucht hat, mit erlebter Spannung umzugehen, die dadurch entstanden ist, dass unsere Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden.
In diesem Sinne ist es nur ein Schutzmechanismus unserer Psyche, die versucht, den Menschen vor Leid zu bewahren. Leider ist das Ausbilden einer psychischen Störung keine optimale Lösung.